Gedichte



Meine Immigranten-Gedichte

Seit langem lebe ich in Deutschland und schreibe Immigranten-Gedichte in russischer und deutscher Sprache. So bin ich täglich zweisprachig unterwegs. Meine Themen sind das Immigrantenleben, meine Familie, Kinder, der Alltag und meine Kindheitserinnerungen. Ich würde mich sehr freuen, wenn eine Zeitschrift, ein Verlag oder ein Magazin meine Gedichte veröffentlichen möchte.

Nonne Kotscherge

Im Kirchenhaus im Mittelschiff
bat Nonne Kotscherge
den Gott um neue Filzschuhe
und schlechtes EKG.

Die fremden Ärzte war'n im Dorf,
das machte höllisch Angst,
die Todesfälle häuften sich
durchs Messer und die Axt.

Sie hoffte die Bescheinigung
bei Ärzten abzugeben:
ihr Herz sei schwach – man ließe sie
vielleicht sogar am Leben.

Schneesturm strich wie mit Roller an,
der Gott blieb leider fern,
Filzschuhe und Bescheinigung
sie bräuchte jetzt, oh Herr.

Dann kamen doch die Jäger rein,
erprobt, geschickt und schnell
entnahmen ihres Herz mit Axt,
die scharf war, wie Skalpell.

Meine E-Familie

Meine E-Familie – Ein Gedicht über ein Problem unserer Zeit: die Internetsucht in einer modernen Familie.

Das Kind verfangen im Netz:
WhatsApp, YouTube – ist kein Scherz,
nichts hörende Silhouette
auf dem Stuhl, auf der Toilette.

Es wird bald völlig abhängig
und wirkt sehr oft apathisch,
die schlechteren Noten, verständlich,
bekommt es dann automatisch.

Was wird aus ihm – keine Ahnung!
Verstand spielt uns Streich und schwächelt,
vergessen wir jede Abmahnung,
sobald es uns einmal anlächelt.

Der Vater vergrub sich im Netz:
Facebook, Google Plus – ist kein Scherz,
nichts hörende Silhouette
auf der Straße, in der Büronette.

Seit Längerem ist er abhängig
und wirkt sehr oft apathisch,
er wird so gekündigt, verständlich,
wir werden dann arm automatisch.

Was wird aus ihm – keine Ahnung!
Verstand spielt uns Streich und schwächelt,
vergessen wir jede Abmahnung,
sobald er uns einmal anlächelt.

Die Mutti sitzt auch im Netz:
LiveJor, SchülVZ – ist kein Scherz,
nichts hörende Silhouette
auf dem Hocker in der Küchenette.

Seit Längerem ist sie abhängig
und wirkt sehr oft apathisch,
das Essen wird kalt, verständlich,
genießbar bedingt automatisch.

Was wird aus ihr – keine Ahnung!
Verstand spielt uns Streich und schwächelt,
vergessen wir jede Abmahnung,
sobald sie uns einmal anlächelt.